Schwitzhütten im Geiste unserer Ahnen

Ich sitze nackt im dunklen Schoß

der großen Mutter Erde,

die kleine Höhle öffnet sich zur heiligen Kathedrale,

ich rufe und singe die Geister herbei,

öffne das Tor zu den Anderswelten

und lasse mich davon tragen,

tief verwurzelt im Hier und Jetzt.

Meine Gebete steigen mit Wasser und Rauch empor,

die Hitze der Steine berührt und kocht mich

im großen Kessel der Göttin,

auf daß ich in mein Leben hinein

wiedergeboren werden möge.

 

Dies ist der wahre Kern meiner Arbeit.

In diesem heiligen Raum

finde ich meine Worte,

mein Gebet,

mein Lied,

meinen Zauber,

ich finde zu mir

und darf mich immer wieder neu erfinden,

Stufe um Stufe

in mein Dasein hinein.

Meine Schwitzhütte ist der Frau Holle geweiht.

Warum Frau Holle?

Hier in Mitteleuropa erinnert sich kaum jemand daran, daß auch wir in vorchristlichen Zeiten neben dem Vater im Himmel auch unsere große Mutter Erde geliebt und verehrt haben. Sie, die uns nährt und trägt und mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen. Wir haben keine Worte mehr für unsere Mutter und der einzige Name, der überlebt hat, ist der der Frau Holle, den kennt jeder, von Kindesbeinen an. In den Märchen der Grimms finden wir sie noch. Deswegen die Frau Holle...

 

Die Schwitzhütte selbst ist Sinnbild ihres Schoßes, das Feuer steht für Vater Sonne.

Steine werden im Feuer erhitzt und befruchten als glühende Samen des Vaters die Mutter.

Dunkel, heiß und feucht ist es in ihrem Schoß, in dem wir, nackt, wie wir geschaffen sind, als reine Seelen den Prozeß von Schwangerschaft und Geburt erneut erleben dürfen.

Hier dürfen wir singen und beten, ganz loslassen und sterben,

um am Ende der Zeremonie wieder in unser Leben hinein geboren zu werden.

Die Zeremonie umfasst gemeinsamen Auf- und Abbau der Schwitzhütte, Kochen, Essen, und Rederunden zur Vor- und Nachbereitung, in denen jeder seinen Raum und sich selbst finden kann und gehört wird. Wir verbringen mindestens einen Tag miteinander im gegenseitigen Respekt für die Stärken und Schwächen des Anderen.

 Jeder ist mit seinem Licht und seinem Schatten willkommen!

 

geplante Schwitzhütten:

 

* Schwitzhütte zur Sommersonnwende von 19. auf 20. Juni

 

* Schwitzhütte zu Lughnasad von 24. auf 25. Juli

 

* Vollmondschwitzhütte von 21. auf 22. August

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Möge ich meine Worte aus dem Herzen sprechen,

mögen meine Taten dem Besten für all meine Verwandtschaft dienen

und mögen meine Schritte mich zur Weisheit führen.

Mögen mein Mund, meine Hände und meine Füße geführt sein.

So sei es, Hier und Jetzt und immerdar.

Heya Aho

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